Das Spital Wallis stützt sich auf die Qualität seiner Leistungen, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern
Nach einer ersten Analyse des durch die FHF realisierten Auditberichtes nimmt das Spital Wallis mit grosser Zufriedenheit die Anerkennung der Qualität der auf seinen verschiedenen Standorten erbrachten Leistungen zur Kenntnis. Eine Qualität, die es ihm erlauben wird, seine Entwicklung weiter zu verfolgen und die verschiedenen im Bericht aufgeführten Herausforderungen zu bewältigen.
Der Verwaltungsrat und der Generaldirektor des GNW hatten die Möglichkeit eine Konsultation des durch die FHF erarbeiteten Auditberichts vorzunehmen, um dem Staatsrat eine erste Stellungnahme abzugeben. Diese Grobanalyse ist nur eine erste Etappe bevor jede Verantwortungsebene des GNW eine eingehende Analyse des Berichts vornehmen wird, um die adäquaten organisatorischen Massnahmen zu treffen und den zuständigen Instanzen Vorschläge für die strukturellen Entwicklungen abzugeben.
1. Anerkennung der Qualität der medizinischen und pflegerischen Leistungen
Das Audit zeigt ohne jeden Widerspruch, dass die Versorgungsqualität des GNW ausgezeichnet ist, namentlich im Bereich der Chirurgie. Dies sollte einen Schlussstrich ziehen unter die ungerechtfertigten Anschuldigungen, denen dieses Departement ausgeliefert war. Die Resultate der Analysen sind sowohl bezüglich der Routineeingriffe als auch der schwereren Eingriffe beachtlich.
Bei den kardiologischen Notfällen ermöglicht es die derzeitige Organisation der Versorgung innerhalb des GNW, die Fristen einzuhalten, die von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfohlen werden. Seit vielen Jahren gab es keine Zwischenfälle in der Versorgung, welche von den Teams des CHUV hätten übernommen werden müssen. Dies zeigt die ungerechtfertigten Anschuldigungen, mit denen sich diese Abteilung konfrontiert sah.
Auch wenn betreffend der Organisation und Führung der Abteilung Radiotherapie rasch Korrekturmassnahmen eingeleitet werden müssen, gilt es die individuelle Qualität des Gesundheitspersonals zu unterstreichen, welche ihre Arbeit unter Respektierung der Sicherheitsbedingungen erfüllen.
In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Auditoren wird das GNW den Aufbau eines umfassenden Qualitätssicherungssystems weiterführen. Dies bedeutet unter anderem eine bessere Gewährleistung der Sicherheit der Medikamentenkreisläufe und die Entwicklung von Projekten zur Beurteilung der Berufspraxis.
Wir stellen ebenfalls mit Zufriedenheit fest, dass das elektronische Patientendossier die Überwachung der Behandlung der nosokomialen Infektionen ermöglicht und die Nachverfolgbarkeit der Patientinnen und Patienten ausgezeichnet ist.
Andererseits, wie von den Auditoren der FHF festgehalten, messen wir der Tatsache eine grosse Bedeutung zu, dass die sehr guten Resultate aufgrund des Engagements, der Motivation und der Einsatzbereitschaft des gesamten Personals, erzielt wurden. Dies stellt eine zusätzliche Demonstration der Qualität unseres Personals im Dienste des Patienten dar.
2. Image- und Zufriedenheitsumfrage
Trotz der Kontroversen in der Publikumspresse stützen die drei Image- und Zufriedenheitsumfragen die Versorgungsqualität des GNW. Auch wenn wir die Notwendigkeit der Verbesserung der Information auf allen Stufen teilen, stellen wir ebenfalls fest, dass bei Konsultationen oder bei einem Spitalaufenthalt die Beziehungen zum Verwaltungspersonal, zum Pflegefachpersonal und zum übrigen Personal als zufriedenstellend bewertet werden.
Die Problematik der Verlegungen der Patienten ist eng verbunden mit einem auf mehreren Standorten arbeitenden Spital. Die Verteilung der Aktivitäten zwischen den Standorten und den Spitalzentren neu zu definieren, fällt jedoch in den Zuständigkeitsbereich des Walliser Staatsrates. Wie die Auditoren, ist auch der Verwaltungsrat des GNW überzeugt, dass der status quo keine Lösung ist.
3. Planung und Leistungsangebot
Die Auditoren anerkennen die visionäre Leistung bei der Realisierung des GNW. Wir teilen auch deren Feststellung: die Problematik der Verzettelung der Standorte und der Kompetenzen muss jedoch gelöst werden. Wir sind überzeugt, dass die Interessen der Patientinnen und Patienten vor regionalpolitische Betrachtungsweisen gestellt werden muss.
Der Verwaltungsrat des GNW ist von der Nützlichkeit des Baus des neuen Spitalzentrums Riviera-Chablais überzeugt und wird die notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine enge Zusammenarbeit mit dem CHUV und dieser neuen Institution zu fördern.
4. Gesamtführung – administrative und medizinische Organisation
Die Mehrzahl der von den Auditoren gemachten Bemerkungen betreffend die Gesamtführung stimmt ebenfalls mit den Vorschlägen überein, welche der Verwaltungsrat des GNW anlässlich der Revision des Gesundheitsgesetzes (GKAI) gemacht hat. Wir sind uns bewusst, das Verbesserungen getroffen werden müssen, insbesondere auch was die Notwendigkeit betrifft, der medizinischen „Stimme“ innerhalb unseres Spitals mehr Gewicht zu verleihen. Allerdings hängt die Wirksamkeit dieser Gesamtführung stark von grundlegenden Gesetzesänderungen ab, vor allem von der Erhöhung der Managementautonomie gegenüber der Aufsichtsbehörde und der Delegation von Kompetenzen an den Verwaltungsrat, namentlich durch die Aufhebung der Liste der nicht delegierbaren Kompetenzen.
Das GNW beabsichtigt den Aufbau eines umfassenden Qualitätssicherungssystems weiter zu führen, indem wie von den Auditoren vorgeschlagen « eine Steuerung von oben » vorgesehen wird.
Auch wenn wir sehr genau wissen, dass sich die administrativen und medizinischen Strukturen des GNW weiter entwickeln müssen, ist es sehr wichtig, nichts zu überstürzen. Diese Massnahmen erfordern eine viel eingehendere Analyse und müssen den Realitäten des Kantons Wallis Rechnung tragen, welche sich nicht von heute auf morgen ändern werden.
5. Personalmanagement
Wir stellen mit der notwendigen Sensibilität fest, dass ein Teil der Mitarbeitenden ein gewisses Unbehagen zum Ausdruck bringt und sich gegenüber dem durch einzelne Vorgesetzten ausgeübten Druck demotiviert fühlt. Wir negieren diese Feststellung nicht. Sie lässt sich allerdings teilweise durch die tiefgreifenden und raschen Veränderungen erklären, die sich durch den Aufbau des GNW und die Umsetzung der neuen Spitalplanung ergaben. Auch wenn wir bereits mehrere geeignete Massnahmen eingeleitet haben, werden wir diese in ob genanntem Sinne weiterführen, indem wir noch näher bei unseren Mitarbeitenden sein wollen und zusätzliche Massnahmen treffen werden, um das Vertrauen wieder zu verbessern.
Wir sind überzeugt, dass besondere Anstrengungen im Bereiche des Leistungsmanagements, der Kompetenzentwicklung und der beruflichen Entwicklung, einschliesslich der Laufbahnpläne unternommen werden muss. Unsere Kader müssen über ihre medizinischen Kompetenzen hinauswachsen um zu guten Teamleitern zu werden. Ein angemessenes Coaching muss zur Verfügung gestellt werden, um dieses Ziel zu erreichen.
6. ZIWS und WGO
In Bezug auf das Zentralinstitut der Walliser Spitäler (ZIWS) tritt der Verwaltungsrat des GNW weiterhin für eine Integration ein. Was das Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) betrifft, sollte dieses bemerkenswerte Instrument, welches für den Betrieb des GNW unabdingbar ist, einer paritätischen Führung durch die Partner und das GNW unterstellt werden und zudem universitäre Unterstützung erhalten.
7. Schlussfolgerung
Das Wichtigste wird durch das Audit bestätigt: unsere Patientinnen und Patienten können sich voller Vertrauen beim GNW pflegen lassen. Für Polemiken gibt es keinen Platz mehr. Unsere Resultate sind ausgezeichnet und trotz der erforderlichen Verbesserungen im Bereiche der Gesamtführung und Gesamtorganisation des GNW, kann nicht verleugnet werden, dass diese Walliser Qualität auch das Resultat der Arbeit der leitenden Instanzen des GNW ist. Das Eine geht nicht ohne das Andere und dies sollte nicht vergessen werden.
Wir sollten auch nicht vergessen, dass das GNW eine noch junge Institution ist, die wenn auch bereits eine beträchtliche Arbeit geleistet wurde, sich weiterentwickeln muss, um eine Reife zu erlangen, die es erlaubt, den Walliserinnen und Wallisern die besten Dienstleistungen zu bieten. Die durch die FHF durchgeführte Arbeit geht in diese Richtung. Ihre Schlussfolgerungen bestärken uns in unserem Bestreben uns den auftretenden Herausforderungen zu stellen, gestützt auf der ausgezeichneten Arbeit unserer Teams.
Dies ist der Grund, weshalb wir uns während den kommenden Wochen die Zeit nehmen werden, um die Details dieses Audits, die uns noch unterbreitet werden mit den verschiedenen Akteuren des Spital Wallis eingehend zu studieren, um noch vor dem Sommer, konkrete Vorschläge zu formulieren.