Einweihung des modernisierten Onkologiezentrums in Sitten
Am kommenden 26. Mai weiht das Spital Wallis sein modernisiertes Onkologiezentrum in Sitten ein. In diesem Zentrum sind von nun an alle Kompetenzen im Bereich Onkologie und Strahlentherapie an einem Ort mit einem gemeinsamen, zweisprachigen Empfang für beide Abteilungen vereint.
Dank den neuen Räumlichkeiten kann die Privatsphäre der Patientinnen und Patienten besser gewahrt und zugleich die Qualität der Leistungen und der allgemeine Komfort verbessert werden. Nach dreijährigen Bauarbeiten und Investitionen in hochmoderne Einrichtungen steht Krebskranken im Wallis heute ein einheitlicher Zugang zu einer ganzheitlichen, koordinierten Betreuung zur Verfügung. Der Walliser Grosse Rat hatte die notwendige Gesamtinvestition in Höhe von 16 Millionen Franken im März 2008 genehmigt.
Nach den Anpassungen, die in den letzten drei Jahren durchgeführt wurden, verfügt der Kanton nun über ein leistungsfähiges Onkologiezentrum, das den heutigen Standards entspricht. Die technische Ausstattung wie der PET-CT und die Tomotherapie ermöglichen eine frühere Erkennung und Diagnose von Krebstumoren und eine wirksamere Behandlung.
Durch die Zusammenlegung der Räumlichkeiten der Radio-Onkologie und der medizinischen Onkologie werden der Empfang und die Betreuung der Patientinnen und Patienten sowie die Arbeitsbedingungen für das Personal deutlich verbessert. «Alles ist nun an einem Ort konzentriert und wir können ab sofort einen Zugangspunkt für alle Fragen anbieten, die mit Krebs und Krebstherapien zusammenhängen», erklärt Dr. Sandro Anchisi, Leiter des Kantonalen Departements für Onkologie. «Dies gilt für die medikamentösen Behandlungen und die Radiotherapie ebenso wie für die Psychoonkologie und die Schönheitspflege. Nicht zu vergessen ist auch der Zugang zu externen Organisationen wie der Walliser Krebsliga und weiteren Vereinigungen, die in diesem Bereich tätig sind.»
Auch aus praktischer Sicht sind die neuen Räumlichkeiten für die Patientinnen und Patienten angenehmer. «Die Räume bieten nicht nur deutlich mehr Privatsphäre, sondern sind auch viel ruhiger.»
Immer mehr Behandlungen
Für das Spitalzentrum Mittelwallis hatten die neuen gezielten Chemotherapien, die 2010 eingeführt wurden, einen deutlichen Ausbau der Tätigkeit zur Folge (+15 %): Im Bereich der ambulanten Onkologie in Sitten wurden im Verlauf des Jahres fast 8000 Termine verzeichnet (etwa 4200 in Martinach und 1500 in Siders). 1997 belief sich diese Zahl in Sitten noch auf 700. Da die Krebsrate in der Bevölkerung stabil geblieben ist, kommen in dieser Erhöhung vor allem die Fortschritte bei der Behandlung und Pflege zum Ausdruck, die den Patientinnen und Patienten angeboten werden. «Dank dem heutigen Stand der Medizin können mehr Therapien angeboten und diese auch in höherem Alter durchgeführt werden. Doch Krebs ist heute nicht zehnmal häufiger», erklärt Dr. Sandro Anchisi.
Auch in Brig
Das Kantonale Departement für Onkologie ist auch in Brig tätig, wo Dr. Reinhard Zenhäusern die Leitung wahrnimmt. Nach Optimierungsarbeiten, die auf rund 200'000 Franken budgetiert waren und Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen werden konnten, weiht das Spital Wallis dort am Freitag, 20. Mai seine neuen Einrichtungen ein. Damit können krebskranke Patientinnen und Patienten aus dem Oberwallis heute eine hochstehende, ganzheitliche Betreuung in ihrer Nähe in Anspruch nehmen.
Ärztliches Kolloquium, Podiumsgespräch und interaktives Theater
• In Sitten beginnt die Einweihung am 26. Mai um 14 Uhr mit einem ärztlichen Kolloquium zum Thema der unterstützenden Pflege bei der Überwindung und Behandlung von Krebs.
• Auf das Kolloquium folgt um 16 Uhr eine Podiumsdiskussion zur Frage, ob die Bewältigung von Krebs unsere Möglichkeiten übersteigt. An diesem Podiumsgespräch nimmt insbesondere Staatsrat Maurice Tornay teil, Vorsteher des Departements für Finanzen, Institutionen und Gesundheit des Kantons Wallis. Im Rahmen dieser Diskussion werden auch mehrere Betroffene über ihre Erfahrungen berichten.
• Ab 17.30 Uhr erhält die Bevölkerung Gelegenheit, die ambulante Onkologieabteilung zu besuchen.
• Um 20.30 Uhr führt die Truppe Carré d’Choc in Zusammenarbeit mit Guido Capecchi vom Theater Knotenpunkt aus Zürich das interaktive Stück «Tout de bon…» (alles Gute) auf. Dieses Theaterstück, das allen offensteht (Gesundheitspersonal, Patientinnen und Patienten und Angehörige), geht auf die Kommunikationsschwierigkeiten mit Menschen ein, die an Krebs erkrankt sind. «Tout de bon...» behandelt grundlegende Lebensfragen wie die Auseinandersetzung mit der Diagnose Krebs, die Haltung gegenüber dem damit verbundenen Umbruch, die Verzweiflung, den Wunsch zu leben, den Schmerz und die Erschöpfung, die Anziehungskraft und den körperlichen Verfall, die Hoffnung und die Resignation sowie, wenn sich die Krankheit nicht heilen lässt, die Endlichkeit des Lebens und den Tod.